Die IKONEN der Russischen Kirche Leipzig – ein deutsch-russisches Restaurierungsprojekt



 

Die Ikonen der Russischen Gedächtniskirche Leipzig

 

Als deutsch-russisches Gemeinschaftsprojekt wurde die Russisch-Orthodoxe Kirche St. Alexis im Jahre 1913 nach dem Vorbild der Christi-Himmelfahrt-Kirche bei Moskau im Nowgoroder Stil und zu Ehren der in der Völkerschlacht gefallenen russischen Soldaten errichtet. Sie gilt als wichtigster russischer Kirchenbau in Deutschland und dient bis heute als Begegnungsstätte und Gotteshaus der hiesigen orthodoxen Gemeinde.
Das Kircheninnere birgt eine der größten Ikonostasen außerhalb Russlands. Die 18 Meter hohe und 10 Meter breite Ikonenwand stellt in ihrer Vollständigkeit und Komplexität ein einzigartiges Ensemble dar, was der Kirche vor ihrem geschichtlichen Hintergrund den Rang eines Kulturdenkmals von nationaler Bedeutung verleiht.

 


 

 


 

Das Austauschprogramm für Moskauer Studierende des Surikov-Instituts

 

Anknüpfend an die Geschichte und Bedeutung der Kirche als deutsch-russische Begegnungsstätte, werden Studierende des renommierten Moskauer Surikov-Instituts zu einem einmonatigen Studienaufenthalt nach Leipzig eingeladen. 

Die derzeitige Restaurierung der Ikonostase bietet eine besondere Gelegenheit, im Rahmen eines Praxisseminars zusammen mit deutschen Restauratoren und Studierenden der Hochschule für Bildende Künste Dresden an der Restaurierung der Ikonen mitzuwirken. Das Projekt findet vom 1.-31. Oktober dieses Jahres statt und wird eine Mischung aus interkulturellem Austauschprogramm und Praxisseminar mit kleinen Denkmalpflege-Seminaren und einer Exkursion nach Dresden ins Landesamt für Denkmalpflege, in die HfBK und die Gemäldegalerie.

Neben dem fachlichen Austausch steht dabei vor allem die interkulturelle Verständigung im Vordergrund. Gemeinsam an einem außergewöhnlichen Projekt zu arbeiten, sich fachlich zu ergänzen und voneinander zu lernen, bietet dafür die besten Voraussetzungen.

 

Begleitend wird von Yann Labry (www.5oclockcreativity.de) ein Dokumentarfilm gedreht.

 


 


 


 

Konservierung und Restaurierung der Ikonostase

 

Die Konservierung und Restaurierung der Ikonostase ist bereits im Gange und soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Für die Erhaltung der Ikonen sind vor allem konservatorische Maßnahmen nötig, wie die Durchführung einer Oberflächenreinigung, die Befestigung lockerer Farbschichten oder das Schließen von Rissen in den Holztafeln. Ein weiterführendes Ziel besteht darin, das ästhetische Erscheinungsbild und damit die Ablesbarkeit der Darstellungen zu verbessern, was besonders für die liturgische Funktion der Ikonen von großer Bedeutung ist.
Den Schwerpunkt des Praxisseminars wird die Retusche von ehemaligen Überarbeitungen bilden, die aufgrund von Fehlfarbigkeit oder Materialalterung den Gesamteindruck der Ikonostase beeinträchtigen. Mit Hilfe einer speziellen Retuschiertechnik werden diese störenden Bereiche integriert und bleiben trotzdem als wichtige Zeugnisse der Geschichte der Ikonen erhalten.

 


 

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